TECH MONDAY: Wie wählt man die richtige ALM-Ebene in Dynamics 365 und der Power Platform aus?


ALM-Prozesse können sowohl einfache Power Platform-Pipelines als auch ein umfangreiches Änderungsmanagement in Azure DevOps oder GitHub umfassen. Die Auswahl der Tools sollte dem Reifegrad des Unternehmens sowie der Art und Weise entsprechen, wie Geschäftsanwendungen entwickelt und gewartet werden.
Die Einführung geeigneter ALM-Verfahren trägt dazu bei, die Entwicklung, das Testen und die Veröffentlichung von Dynamics 365- und Power Platform-Lösungen zu strukturieren. Der Umfang eines solchen Prozesses kann variieren – von der Automatisierung manueller Implementierungen bis hin zur Speicherung von Lösungen in einem Repository und der Genehmigung von Änderungen mittels Pull-Requests.
Nicht jedes Unternehmen benötigt sofort eine hochentwickelte DevOps-Plattform. Die Tools sollten der Größe der Umgebung, den geltenden Verfahren und dem erforderlichen Kontrollniveau entsprechen.
ALM als Teil der Wartung von Microsoft-Lösungen
In der Praxis umfasst das Application Lifecycle Management alle Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Lebenszyklus von Anwendungen – von der Entwicklung und dem Testen bis hin zur Bereitstellung und der Kontrolle nachfolgender Änderungen.
In einigen Bereichen des Unternehmens werden die Lösungen Dynamics 365 Customer Engagement und Power Platform nach wie vor manuell entwickelt und implementiert. Das Fehlen gemeinsamer Richtlinien erschwert es dann, eine einheitliche Arbeitsweise zu gewährleisten.
Andere Unternehmen benötigen eine Automatisierung, die nicht nur die Implementierung, sondern auch Tests, die Code-Qualitätssicherung und das Release-Management in der gesamten Anwendungsumgebung umfasst.
Der Umfang der Tools hängt vom Reifegrad der Organisation ab
Manuelle Implementierungen, die Automatisierung von Releases und eine strenge Kontrolle von Änderungen entsprechen den verschiedenen Entwicklungsphasen von ALM-Prozessen. Aus diesem Grund lassen sich drei Reifegrade unterscheiden:
- Anfänger,
- verwaltet,
- Fortgeschritten.
Jedes davon ist mit unterschiedlichen Anforderungen und Werkzeugen verbunden.
Einsteiger-Niveau – Automatisierung von Implementierungen
Diese Phase richtet sich an Unternehmen, die noch keinen einheitlichen ALM-Prozess für Anwendungen auf Basis von Dynamics 365 Customer Engagement oder der Power Platform verfügen. Die Entwicklung und Implementierung von Lösungen erfolgt dort manuell.
Das vorgeschlagene Tool sind die Power Platform Pipelines – eine Low-Code-Plattform zur Automatisierung des Release-Managements, die in Dataverse-Umgebungen verfügbar ist.
Pipelines lassen sich mithilfe von Workflows erweitern ( Power Automate). Diese Workflows können dann GitHub-Aktionen auslösen. Für die Nutzung von Power Platform Pipelines ist weder ein separater Dienst noch eine zusätzliche ALM-Lösung erforderlich.
Verwaltungsebene – Automatisierung von Builds, Tests und Releases
Wenn die Automatisierung der Bereitstellungen allein nicht mehr ausreicht, lässt sich der Prozess mithilfe von Azure DevOps oder GitHub erweitern.
Auf dieser Ebene kann die Automatisierung Folgendes umfassen:
- Exportieren und Importieren von Power Platform-Lösungen,
- Entwicklung und Testen von Lösungen,
- Anwendung von Verfahren zur Code-Qualitätskontrolle,
- Verwaltung der nachfolgenden Ausgaben.
Dieser Ansatz ermöglicht es, die Power Platform in ein umfassenderes Ökosystem für das Anwendungsmanagement zu integrieren und eine einzige DevOps-Plattform für verschiedene Lösungen innerhalb des Unternehmens zu nutzen.
Fortgeschrittenes Niveau – strenge Kontrolle der Änderungen
In großen Organisationen aus stark regulierten Branchen können die Anforderungen an das Änderungsmanagement wesentlich umfangreicher sein.
Das vorgeschlagene Toolset umfasst Azure DevOps oder GitHub Actions. Die Power Platform-Lösungen werden in ein Code-Repository ausgelagert, und die Kontrolle über deren Inhalt erfolgt über Pull-Anfragen und Code-Reviews.
Durch die Speicherung der Lösung im Repository können vor der Freigabe von Änderungen Kontrollpunkte eingesetzt werden. Dieser Ansatz eignet sich für Unternehmen, in denen ein strenger Änderungsmanagementprozess erforderlich ist.
Anpassung der ALM-Ebene an die Unternehmensprozesse
Als Ausgangspunkt sollte die derzeitige Vorgehensweise bei der Entwicklung und Implementierung von Anwendungen dienen:
- Bei manuellen Implementierungen und in Ermangelung eines gemeinsamen Prozesses empfiehlt es sich, mit Power Platform Pipelines zu beginnen,
- Wenn eine Automatisierung von Builds, Tests und Releases erforderlich ist, können Azure DevOps oder GitHub genutzt werden,
- Bei strenger Kontrolle der Änderungen können die Lösungen im Repository gespeichert und in den Prozess der Pull-Requests und Code-Reviews einbezogen werden.
Umfangreiche Tools sind dann sinnvoll, wenn sie den tatsächlichen Anforderungen der Organisation entsprechen.
Tools außerhalb des Microsoft-Ökosystems
Mit der Power Platform CLI lassen sich ALM-Prozesse auch mithilfe anderer Plattformen und Dienste automatisieren. In den Quellen wird darauf hingewiesen:
- GitLab,
- Jenkins,
- TeamCity,
- Octopus Deploy.
Dies ermöglicht es, den ALM-Prozess unter Einsatz der Tools weiterzuentwickeln, die von dem jeweiligen IT-Team bereits verwendet werden.
Der ALM-Prozess sollte sich entsprechend den Anforderungen des Unternehmens weiterentwickeln – von der Automatisierung der Implementierungen bis hin zur Kontrolle von Änderungen im Repository.
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